Grenzüberschreitung

Ein Comic-Ausflug nach Basel

Grenzüberschreitung
Ein Comic-Ausflug nach Basel
23. Mai 2026

Gleich zwei gute Gründe gab es für den ALLESFRESSER, Mitte Mai über die Schweizer Grenze zu springen und in Basel vorbeizuschauen: die große José Muñoz-Ausstellung im Cartoonmuseum und die Fantasy Basel, laut selbst gewähltem Untertitel „The Swiss Comic Con“. Was es dort zu sehen und erleben gab, beleuchten wir in einer kurzen Artikelreihe.

Basel ist immer eine Reise wert – nicht nur, um Schokolade einzukaufen oder das mühsam akkumulierte Schwarzgeld in Sicherheit zu bringen, sondern auch wegen des reichhaltigen Kulturlebens der Stadt im Dreiländereck. Erster Anlaufpunkt für Comicfreunde dürfte, was das angeht, das Cartoonmuseum sein, das regelmäßig mit hochkarätigen, hervorragend kuratierten Ausstellungen glänzt. Nachdem zuletzt Alison Bechdel und Christophe Blain zu Ehren kamen, wird nun José Muñoz gewürdigt, der argentinische Altmeister des Schwarz-Weiß-Comics.

Eine gute Adresse: Das Cartoonmuseum in der St. Alban-Vorstadt

Wenn dann noch zeitgleich die Fantasy Basel stattfindet und hochkarätige Comickünstler*innen in die Stadt lotst, führt an einem Ausflug im Zeichen des Comics kein Weg vorbei – zumal der Zeitpunkt eigentlich bestes straßencafétaugliches Ausflugswetter erwarten ließ: Im Vorfeld konsultierte Einheimische versicherten jedenfalls glaubhaft, dass zu dieser Zeit des Jahres der Rhein normalerweise schon zum Baden einlädt. Dass es dazu nicht kommen würde, war anhand der angekündigten Temperaturen um die zwölf Grad zwar schon zu erwarten. Dass es tatsächlich noch einmal ein paar Grad kälter war und ein konstant fies wehender Wind die Lust am Draußensein weiter reduzierte, war dann aber doch eine etwas unerfreuliche Überraschung.

Prominente Beflaggung am Badischen Bahnhof

Auf dem Infobildschirm in der Tram erklärte zwar ein spanischer Experte, die Eisheiligen seien nur ein Mythos. Mag sein – aber dann doch ein recht wirkmächtiger. Nun ja, immerhin kamen so die Flaggen gut zur Geltung, die die Besucher*innen der Fantasy Basel bereits bei der Ankunft am Badischen Bahnhof begrüßen. Ohnehin waren die diversen Comicveranstaltungen im Stadtbild außerordentlich präsent: Was die Plakatierung angeht, hatten das Cartoonmuseum und die Fantasy Basel gegenüber dem kurz bevorstehenden, in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzenden Eidgenössischen Jodlerfest eindeutig die Nase vorn.

Auch in der Jugendherberge ein Fingerzeig auf die Muñoz-Ausstellung

Eine zweite negative Überraschung musste dann auch noch verdaut werden: Eigentlich war ein Besuch beim Comix Shop fest eingeplant – dem traditionsreichen Fachgeschäft, das sich nicht nur durch sein fein kuratiertes Angebot auszeichnet, sondern auch durch seine ungewöhnliche Lage im Foyer des städtischen Theaters. So eine unmittelbare Umarmung durch die Hochkultur erfährt der Comic ansonsten ja selten. Leider stellte sich heraus, dass am Tag vor „Auffahrt“ (für alle Nichtschwiizer: a.k.a. Christi Himmelfahrt) verkürzte Öffnungszeiten galten, so dass es bei einem neugierigen Blick ins Schaufenster bleiben musste. Der war aber so vielversprechend, dass klar ist: dieser Programmpunkt muss so bald wie möglich nachgeholt werden!

Das waren dann aber auch schon alle negativen Punkte auf der Liste. Über die Fantasy Basel und das Cartoonmuseum gibt es so viel Gutes zu erzählen, dass wir dem Ausflug eine kleine Artikelreihe widmen möchten; zum Abschluss garniert mit einem Interview mit Bruno Redondo, dem spanischen Superheldenzeichner, der spätestens durch seinen bahnbrechenden Nightwing-Run zum Publikumsliebling wurde. Also: dranbleiben, oder besser gesagt: Lueg bald wieder ryy!

 

 

Alle Fotos © ALLESFRESSER