Gedanken über Comics,
grafische Literatur
und den ganzen Rest

Bilderbücher für die Bildungsbürger

Das Graphic Novel-Programm der Stadtbibliothek Stuttgart
Die Stuttgarter Stadtbibliothek entwickelt sich mehr und mehr zur Anlaufstelle für Comicfans: fast monatlich finden dort interessante Lesungen, Werkstattgespräche und Buchpräsentationen statt. In den vergangenen Monaten waren unter anderem etablierte Stars der Szene wie Francois Schuiten oder Guy Delisle, aber auch aufstrebende junge Künstler wie der Italiener Zerocalcare mit seinem hochgelobten Reportagecomic „Kobane calling“ zu Gast.

Im Programmheft der Stadtbibliothek laufen die Veranstaltungen bezeichnenderweise unter dem Schlagwort „Graphic Novels“. Der Begriff Comic wird tunlichst vermieden – vermutlich, um das Halbhöhen-Bildungsbürgertum nicht vollends zu vergraulen. Immerhin, es scheint zu funktionieren: es findet sich regelmäßig ein bunt gemischtes Publikum zusammen, das deutlich über die geschlossenen Zirkel der Comicnerds hinausgeht. Die bisherigen Veranstaltungen waren dadurch durchweg unterhaltsam und erkenntnisreich; auch wenn sich stellenweise zeigt, dass geeignete Moderatoren, die ein lebendiges Gespräch führen können und zugleich den notwendigen comicaffinen Hintergrund mitbringen, nicht auf Bäumen wachsen.

Die nächsten Veranstaltungen sind schon anberaumt: Am 19. Juni stellen Ingo Römling und Peter Menningen ihre ironisch-viktorianische Gruselreihe „Malcolm Max“ vor. Am 21. Juli dürfte Ralf König ein größeres Publikum ins Max-Bense-Forum locken. Im Herbst folgen Thomas von Kummant (13.9.) und Pénélopé Bagieu (12.10.). Empfehlung: hingehen!

Das Programm der Stadtbibliothek Stuttgart ist hier abrufbar.

 

Foto: Martin Lorenz – stuttgart.de/stadtbibliothek